Arbeitskreis Hydrogeologische Modelle (1995-2010)

Profil

Moderne Grundwassermodellierungsprogramme bieten heute neben ausgereifter Numerik, GIS-Kopplung und Visualisierungtechniken auch hochwertige Parameteroptimierungswerkzeuge, mit denen schnell eine schöne Anpassung der gerechneten an die gemessenen Systemwerte (GW-Stände, Konzentrationen, Temperaturen) erreicht werden kann. Ob diese automatisch optimierten Parametersätze eindeutig sind und die Wirklichkeit richtig wiedergeben, ist allerdings nicht von vorneherein sichergestellt, da es viele Kombinationen von Parameterverteilungen und Randbedingungen geben kann, die zum gleichen Ergebnis führen. Statistische Methoden können oft nicht weiterhelfen, da die zur Verfügung stehende Datendichte meist zu gering ist. Dem hydrogeologischen Modellansatz unter Verwendung aller zur Verfügung stehenden Informationen kommt damit eine herausragende Bedeutung zu.

Der Arbeitskreis "Hydrogeologische Modelle", gegründet im Jahr 1995, hat hierfür Arbeitshilfen entwickelt. Der Leitfaden "Hydrogeologische Modelle", der sich an Auftraggeber, Ingenieurbüros und Fachbehörden in der Grundwasserwirtschaft wendet, bietet eine Hilfestellung zu den Fragen der Modellerstellung von Auftragsvergabe, Datengrundlage, Modellierungsprozess bis hin zur Qualitätssicherung.

Um die grundlegenden Ansätze bei der Erstellung eines Hydrogeologischen Modells zu verdeutlichen und an konkreten Beispielen aufzuzeigen, wurden in dem 2002 erschienenen Band 2 "Hydrogeologische Modelle - Ein Leitfaden mit Fallbeispielen" Fallbeispiele präsentiert, an denen exemplarisch die Vorgehensweise bei der Modellerstellung behandelt wird. In ihm werden auch Hydrogeologische Modelle vorgestellt, die ohne ein numerisches Modell zu wichtigen Aussagen kommen. Thematisch sind diese Fallbeispiele so ausgewählt, dass sie, ausgehend von unterschiedlichen Fragestellungen und unterschiedlichen hydrogeologischen Gegebenheiten; das Problem der hydrogeologischen Modellentwicklung für verschiedene räumliche Ausdehnungen beleuchten.

Der dritte Leitfaden wurde 2010 unter dem Titel "Hydrogeologische Modelle - Bedeutung des hydrogeologischen a priori – Wissens" fertiggestellt und ebenso wie die beiden anderen Leitfäden an die Mitgleider der FH-DGG versandt. Ziel dieses Leitfadens war es, das hydrogeologische Hintergrund- oder "a priori" - Wissen, das den Kern des "hydrogeologischen Sachverstands" darstellt, für Auftraggeber, Ingenieurbüros und Fachbehörden transparent zu machen und zu strukturieren. Es wurden für die einzelnen Aspekte der Modellbildung jeweils die Möglichkeiten für die Integration von hydrogeologischem a priori - Wissen dargestellt und ihre Bedeutung anhand realer Projektbeispiele herausgearbeitet.

Mitglieder

  • Albrecht Bakenhus, DSC Dr. Stupp Consulting GmbH, Bergisch Gladbach
  • Dr. Frank Bitzer, Landesamt für Geologie und Bergbau Rheinland-Pfalz, Mainz
  • Dr. Bernd Hanauer, HG Büro für Hydrogeologie und Umwelt GmbH, Gießen
  • Dr. Bernhard Huber, HydroConsult GmbH, Augsburg
  • Bernd Kottke, Wasserwirtschaftsamt Rosenheim
  • Doreen Mäurer, Lehrstuhl Angewandte Geologie, Ruhr-Universität Bochum
  • Dr. Hermann Mikat, Hessenwasser GmbH & Co. KG, Groß-Gerau
  • Dr. Thomas Oswald, RWE Rheinbraun AG, Köln
  • Dr. Randolf Rausch, GTZ International Services, Riyadh (Saudi-Arabien)
  • Dr. Johannes Riegger, Universität Stuttgart - Institut fur Wasserbau, Stuttgart (Sprecher)
  • Dr.-Ing. Christoph Schöpfer, Technologieberatung Grundwasser und Umwelt GmbH, Koblenz
  • Dr. Thomas Track, DECHEMA, Ges. f. Chemische Technik u. Biotechnologie e.V., Frankfurt
  • Dr. Wolfgang Ufrecht, Amt für Umweltschutz Stadt Stuttgart, Stuttgart   
  • Dr. Kai Zosseder, DLR, Oberpfaffenhofen

Kontakt

Dr. Johannes Riegger
Universität Stuttgart
Institut für Wasserbau
Pfaffenwaldring 61
70550 Stuttgart

Tel.: +49 711 685-7016,
E-Mail: riegger@iws.uni-stuttgart.de